Bangladesh liegt im östlichen Teil Südasiens im Delta der drei großen Flüsse Padma , Jamuna  und Meghna. Vor der Teilung des indischen Subkontinents gehörte die Region zum indischen Bundesstaat West Bengalen. Sie war zeitweise eines der wohlhabendsten Gebiete Indiens.

Trotz eines ansehnlichen Wirtschaftswachstums ist Bangladesh auch heute noch eines der ärmsten Länder der Welt. Die Kluft zwischen arm und reich wird größer. Über 17% seiner 160 Millionen Einwohner lebt in extrmer Armut. Diese Menschen verdienen weniger als 1 Euro am Tag und können häufig nur eine Mahlzeit täglich zu sich nehmen. Kinder und Frauen leiden unter der Armut am meisten. Mehr als die Hälfte der Kinder in Bangladesh sind unter– und fehlernährt.

Moloch Dhaka:

Die Hauptstadt Dhaka ist mit Abstand die größte Stadt Bangladeshs. Nahezu 14 Millionen Einwohner/innen zählt die Metropole mittlerweile und gehört damit zu den 11 Megastädten weltweit. Schon in etwa 7 Jahren werden weitere 4 Millionen dazukommen.
Noch 1971, dem Jahr des Unabhängigkeitskrieges gegen Pakistan, betrug die Bevölkerung Dhakas lediglich etwas mehr als 1 Million Menschen. In den 30 Jahren danach wuchs die Einwohnerzahl rasant an. Mittlerweile leben 35% der städtischen Bevölkerung Bangladeshs in der Hauptstadt, die sowohl politisch-administrativ als auch wirtschaftlich das absolute Zentrum Bangladeshs darstellt.
Die Entwicklung der städtischen Infrastruktur hinkt jedoch der Bevölkerungsentwicklung hinterher.

Fast täglich gibt es Stromausfälle. Auch die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser stellt ein großes Problem dar. Das tägliche Verkehrschaos gehört zum Alltag, genauso wie die extreme Luftverschmutzung, die stinkenden Müllhalden und andere Umweltprobleme. Davon sind besonders die Menschen in den vielen Slums betroffen, deren Anzahl sich ebenso rasant entwickelt hat, wie die Einwohnerzahl selbst. Heute leben bereits 30 bis 40 % der Bewohner/innen des Großraums Dhakas in etwa 5000 zusammenhängenden Slumgebieten. Das sind 4 – 5 Millionen Menschen.

Dort ist das Elend und die Perspektivlosigkeit kaum vorstellbar. Das Leben ist ein Kampf ums Überleben.

Slum Malibagh

Unser Kinderzentrum befindet sich im Stadtteil Malibagh, im nördlichen Abschnitt des Stadtteils Ramna, etwa in der Mitte der Hauptstadt Dhaka. Hier erstreckt sich das Elendsviertel entlang der eingezeichneten Bahngleise (roter Pfeil.).

Für die vielen Menschen, die aus den Dörfern und ländlichen Gebieten des Landes in die Hauptstadt strömen ist dort buchstäblich erst einmal Endstation. Denn nur wenigen gelingt, was sich die allermeisten von ihnen erhoffen – in der Großstadt eine gute Beschäftigung zu finden, die nicht nur das Überleben der Familie sichert, sondern auch den Weg aus der Armut bringt.
Das Elendsviertel existiert schon seit vielen Jahren. Offizielle Statistiken über die Anzahl der Bewohner und ihres sozio-ökonomischen Hintergrunds, sowie über die Ursachen ihrer Migration sind schwer zugänglich. Inoffiziellen Schätzungen zufolge leben hier mehrere tausend Menschen.

Die Lebensverhältnisse im Slumgebiet sind katastrophal. Die Menschen leben auf engstem Raum. Oft muß sich eine 5-7-köpfige Familie einen Raum teilen, der sicher nicht mehr als 5 Quadratmeter misst. Die hygienischen Bedingungen in den von Plastikplanen und Schrott zusammengehaltenen Hütten sind für uns unvorstellbar. Es gibt so gut wie keine sanitären Einichtungen und kein sauberes Wasser. 1000 Menschen müssen sich einen Brunnen teilen.