Shishu Neer Bangladesh

Die kleine Schule in Moghbazar nahe den Bahngleisen begeistert mich immer wieder. 2013 bei meinem ersten Aufenthalt in Bangladesh habe ich die 70 Kinder, Faruque, Moni, Shimu und alle anderen Lehrer/innen das erste Mal besuchen können. Damals habe ich als Praktikantin sechs Monate für das Goethe Institut gearbeitet. Ich war verantwortlich für die 4 PASCH Schulen in Dhaka (PASCH = Schulen: Partner der Zukunft), private Schulen in den besten Vierteln Dhakas. Mit kleineren Aktionen wollte ich versuchen die beiden Welten ein bisschen näher zusammen zu bringen.
Jetzt, 2015, bin ich wieder in Dhaka um für meine Masterarbeit im Fach Ethnologie zu forschen. Dabei beschäftige ich mich mit der Schulausbildung und den Zukunftsvorstellung von Slum- und Straßenkindern in Dhaka.
Shishu Neer ist eine der zwei Schulen in denen ich versuche diese Phrase mit Inhalt zu füllen und Antworten auf meine Fragen zu finden.
Durch teilnehmende Beobachtung am Unterricht und an verschiedenen Aktionen der Schule, durch Interviews mit 10 Kindern, dem Direktor Faruque und zwei Lehrer/innen habe ich schon einiges an Wissen sammeln können, was mir helfen wird meine Masterarbeit zu schreiben und mein Studium erfolgreich abzuschließen.
Immer wenn ich die Schule komme, werde ich mit viel Herzlichkeit und Freude begrüßt. Faruque und die Lehrer/innen haben mir in so vielen Angelegenheiten geholfen und meine ganze Fragerei ertragen.
Wie kann ich etwas zurück geben?
Ich versuche mein Bestes um neben meiner Forschungsarbeit auch für Shishu Neer nützlich zu sein. Am Anfang habe ich ein Englischunterricht für die Vormittagskinder gegeben. Als kleiner Ersatz für die Lehrerin, die im Schwangerschaftsurlaub war.
Große Freude bereitet es den Kindern, wenn ich Ausmalbilder mitbringe – überhaupt malen sie alle gern; Einmal haben wir in der Mittagspause zusammen Poster gestaltet um den Gang der Schule zu dekorieren; Außerdem versuche ich den Kindern immer wieder eine kleine eine Freude zu machen – zum Beispiel mit Ballons oder Henna-Tattoos.
Vor kurzen war eine Freundin aus Deutschland zu Besuch. Sie hatte Gesichtsmalfarben im Gepäck, mit denen wir kurzerhand Tiger und Schmetterlinge aus den Kindern gezaubert haben.
Sobald sich meine Forschungsarbeit dem Ende neigt, werde ich meine verbliebene Zeit nutzten Shishu Neer Freunden und Verwandten in Deutschland vorzustellen und sie um kleinere (oder größere) Spenden zu bitten, damit die Schule wieder einen/eine Gesangslehrer/in beschäftigen kann.
Obwohl noch ungefähr zwei Monate in Bangladesh vor mir liegen ist es nicht zu früh um mich schon einmal zu bedanken: Bei den Kinder von Shishu Neer Bangladesh, Faruque, den Lehrer/innen und allen, die dieser Schule wohlgesonnen sind.
Grüße,
Franziska